Die Bildgestaltung ist die entscheidende Tätigkeit beim Fotografieren, zum Teil wird sie durch besondere Anwendungen der Technik bestimmt. Besondere Objektive und andere Hilfsmittel gestalten Bilder maßgeblich.
Im Bereich der Kameratechnik sind Kenntnisse über die Funktionsweise des Fotoapparats und der Belichtungsmessung von besonderer Bedeutung für die Bildgestaltung.
Die Gestaltung des Bildes wirkt sich auf die Stimmung und Bildwirkung meiner Bilder aus. Ich versuche ein Bild bereits bei der Aufnahme zu gestalten und ganz bewusst auch einmal mit den Regeln zu brechen.
 

Format

Querformat – Hochformat – Quadrat – 16:9 – Panorama ?
Das Format eines Bildes nimmt unmittelbar Einfluss auf den Bildlook und ist ein elementarer Bestandteil der Gestaltung. Neben den genannten Formaten sind auch je nach Kamera die vorgegebenen Seitenverhältnisse von 4:3 oder 3:2 zu beachten. Meistens entscheide ich mich erst bei der Bildbearbeitung dafür welches Format ich nutzen möchte.
Es kommt auch darauf an, was abgebildet werden soll: Weitläufige Landschaften und horizontale Linien kommen beispielsweise im Quer- und Panoramaformat besonders schön, außerdem entspricht das Querformat unserem Gesichts- und Blickfeld und wirkt für uns dadurch natürlicher. Das Panorama verlängert unser Sichtfeld und wirkt deswegen besonders fesselnd. Vertikale Linien können ihre volle Wirkung eher auf dem Hochformat entfalten.
 

Perspektive

Welche Stimmung soll mein Bild vermitteln? Ob zurückhaltend, dominant, aktiv oder passiv – die Bildwirkung kann mit Hilfe der Perspektive aktiv gestaltet werden.
Folgende Blickwinkel beachte ich:
    • Zentralperspektive (fotografieren auf Augenhöhe, um verzerrte Wiedergabe eines Motivs zu vermeiden)
    • Zweipunktperspektive (Architekturfotografie, Motiv schräg positioniert - Kante eines Gebäudes, daher zwei Fluchtpunkte)
    • Vogelperspektive (Kamera befindet sich oberhalb des Motivs)
    • Froschperspektive (Fotografiert wird von unten nach oben)
 

Bildausschnitt

Durch den Bildausschnitt rücke ich das Hauptmotiv in den Fokus und gestalte weitere Bildelemente drumherum.
Dazu gehören:
    • störende Elemente ausblenden.
    • Position des Hauptmotives mal nicht in der Mitte platzieren, um das Bild mit Raum zu füllen.
    • das Motiv bewusst und radikal anschneiden, um wesentliche Aspekte hervorzuheben.
    • Rahmen suchen. Beispielsweise einen Torbogen, Äste usw.
    • mit Symmetrien arbeiten, da Symmetrien Bilder interessant machen
 

Linien und Flächen

Es gibt kein Bild, das keine Linien oder Flächen besitzt: Beide entstehen automatisch, sobald wir ein zweidimensionales Bild einer dreidimensionalen Szene anfertigen. Beide Elemente führen den Betrachter durch das Bild und gehören untrennbar zusammen.
Und Linien können noch viel mehr:
    • Sie vermitteln uns je nach Verlaufsrichtung (von links nach rechts bzw. unten nach oben) positive oder (von rechts nach links bzw. oben nach unten) negative Gefühle.
    • Unter Anwendung von Fluchtlinien verleihen sie einem Bild Tiefe.
    • Vertikale Linien wirken oft, als würden sie ein Bild teilen.
    • Auch horizontale Linien teilen ein Bild, allerdings wirkt dies auf uns nicht irritierend: Der Sonnenuntergang ist hierfür ein prima Beispiel.
    • Sie können die Dynamik eines Bildes endschleunigen, indem man mit gekrümmten Linien arbeitet.
Flächen wie Kreise, Herzen, Rechtecke, Dreiecke, Rauten, etc. können sehr dominant auf uns wirken. Sie bündeln unsere Aufmerksamkeit, weil wir von klein auf Lernen, dass Symbole – beispielsweise im Straßenverkehr – eine Bedeutung haben.
 

Farbtypenlehre

Von kunterbunt bis zweifarbig gibt es viele Möglichkeiten, ein Bild mit der Hilfe von Farben und Kontrasten zu gestalten. Es ist also empfehlenswert, sich mit der Farbtypenlehre nach Johannes Itten zu beschäftigen.
 

Goldener Schnitt

Harmonische Asymmetrien gehören seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Kompositionsregeln. Schon in der Antike arbeitete man mit dem Goldenen Schnitt. Er begegnet uns darüber immer wieder in der Natur, in der Architektur und in vielen weiteren Bereichen des täglichen Lebens.
Der Goldene Schnitt hilft uns, Harmonie in gewollte Asymmetrie zu bringen.
 

Drittel-Regel

Die Drittel Regel leitet sich aus dem Goldenen Schnitt ab, ist aber einfacher zu erklären. Hierbei wird das Bild in neun gleich große Teile unterteilt: Es entstehen zwei horizontale und zwei vertikale Linien. Die wichtigsten Bildelemente liegen hierbei nicht in der Mitte, sondern auf einer der Drittellinien und die Bildwirkung erhöht sich dadurch automatisch um ein Vielfaches.
 

Fazit

Alle diese Regeln dürfen durchaus gebrochen werden.
Doch: Die Regeln brechen, das hört sich leicht an. Denn wer die Regeln brechen will, muss diese zunächst beherrschen.
 

Quelle: Wikipedia und FotoMagazin 8/2019

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